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NewsBlog _ Rubrik: Kommunikation
Information vom 01. Dezember 2025Der Illeismus
im Stil von Julius Cäsar
Julius Cäsar war der römische Staatsmann und führende Feldherr, der letztendlich zum Übergang von der bestehenden Republik zum römischen Kaiserreich beitrug. Vielleicht hatte er damals schon den richtigen Riecher – groß genug war der Zinken ja. Er war jedoch kein Kaiser, der diesen Titel einfach nur auf dem Boden menschlicher Tatsachen führte. Seine abartige Vergöttlichung nach seinem diesseitigen Tod im Jahr 44 v. Chr. war der Beginn des römischen Kaiserkults und bis heute wird seine Marke als "Divus Iulius" (Göttlicher Julius) verehrt. Dazu gehörte natürlich auch menschliche Distanz zum Kaiser und Gott, selbst durch ihn selbst.
2.000 Jahre später wurde aus dem JuliusKult auch der Illeismus. Er bezeichnet das Sprechen oder Schreiben über sich selbst in der dritten Person. Beispielsweise „Der Mann denkt ...“ anstelle von „Ich denke" oder wie man heute zu sagen pflegt: "Kevin, die Mama ist beschäftigt". Dieses Phänomen findet sich als bewusst eingesetzte Stilfigur in einigen Bereichen der Literatur sowie bei Eltern, die mit kleinen Kindern sprechen, um so eine größere Distanz und Sachlichkeit in der Hierarchie zu erzeugen. Schutzbefohlene, Untergebene oder Kinder sollen beispielsweise zu den Sendern demütig und gehorsam nach oben sehen. Julius Cäsar nutzte diese Formulierung auch, um objektiver, gerechter oder unparteilicher Macht zu demonstrieren.
"Komm mal zu Mama!“ statt „Komm mal zu mir!“ – Gerne verwendet wird hier die dritte Person auch, um auf einer anderen Ebene, rhetorisch-politisch, über den Dingen zu stehen: "Er ist überrascht, dass ..." kann dann auch verallgemeinernd ins "Wir sehen das anders ..." übergehen.
Das Wort basiert auf dem lateinischen Pronomen "ille" (der, jener) und dem Nominalsuffix "-ismus". Die Verwendung soll helfen, emotionale Einflüsse zu reduzieren, das Persönliche zu entschärfen und eine klarere Analyse zu ermöglichen. So können individuelle Sichtweisungen und subjektive Meinungen versachlicht beschrieben werden (z.B. "Mama muss sich jetzt konzentrieren" bzw. "Gehe weg und störe mich nicht) oder das Persönliche wird generalisiert (z.B. "Der Kaiser folgt der Gesetzmäßigkeit und dem Willen des Volkes"). Ähnlich agiert heute auch die Judikative und urteilt „im Namen des Volkes“.
Ich persönlich unterscheide schon immer zwischen Meinung, Sichtweise, subjektiver Wahrnehmung, Wirklichkeit, interpretierter Realität [...] und Fakten, Tatsachen, wissenschaftlichen Erkenntnissen oder dem für alle verbindlichen Richtigen, das ich gerne auch inkludierend mit "Man" oder "Wir" zitiere. Das Individuelle ist für mich wichtig, das Grundlegende für alle Menschen. Er weiß, wovon er spricht ... und ich teile seine Meinung. Dazu muss man weder über den Dingen stehen, noch ein Gott sein. Göttlich, oder? Illeistische Sozialkompetenz?





